Wie sicher sind meine Dateien bei OneDrive?

OneDrive von Microsoft ist zurecht eine beliebte Ablage für Dateien aller Art. Es ist nahtlos in die Benutzeroberfläche von Windows über den Explorer integriert, einfach zu bedienen (oft etwas zu einfach, da man sich dadurch über die möglichen Folgen nicht im Klaren sein könnte – etwa, dass eine Datei, die im Webportal gelöscht wird, über die automatische Synchronisierung auch auf der Festplatte gelöscht wird) und natürlich kostenlos. Lediglich beim Speicherplatz könnte Microsoft etwas großzügiger sein. Um das kostenpflichtige Office 364-Angebot attraktiver zu machen (hier gibt es 1 TB), wurde der Speicherplatz auf 7 GB verknappt (Stand: August 2017).

Außerdem muss/sollte man seine Dokumente verschlüsseln, wenn sie private Informationen enthalten. Bilder mit Personen, inbesodere Kinder, sowieso.

Im Folgenden soll es nur um die Sicherheit meiner Dateien sichern. Sind sie so sicher wie in Abrahams Schoß, kümmert sich Microsoft um alles, sollte in ein Microsoft-Rechenzentren der Blitz einschlagen und alle Server lahm legen, gibt es dann ein Backup?

Zunächst gibt es bei OneDrive den Papierkorb in Gestalt des Recycle bin-Ordners. Hier werden gelöschte Dateien bis zu 30 Tage aufbewahrt und danach gelöscht. Damit wird das versehentliche oder mutwillige (etwa durch einen Expressungstrojaner) Löschen von Dateien etwas entschärft.

Als Schutz vor Hardwareausfällen in einem Microsoft-Rechenzentrum gibt Microsoft, dass mehrere Kopien der Dateien auf mehreren Servern gehalten werden. Wie das genau geschieht wird nicht verraten. Auch nicht, ob man einen Recht hat, diese Kopien zu erhalten für den Fall, dass man seine Dateien endgültig gelöscht hat und diese zurückerhalten möchte. Vermutlich ist das aussichtlos.

Es läuft darauf hinaus, dass auch OneDrive nicht die ultimative Backup-Lösung ist. Zum einen sollten private Daten nicht unverschlüsselt bei OneDrive abgelegt werden, zum anderen werden gelöschte Dateien nach 30 Tagen endgültig gelöscht und es dürfte keine Möglichkeit geben, an die von Microsoft angefertigten Kopien der eigenen Dateien heranzukommen.

Wer seine Dateien so sicher wie möglich ablegen möchte und mit der Cloud kein Problem hat, benötigt einen Anbieter mit einem expliziten Backup-Plan, bei dem eine auf den Backups basierende Wiederherstellung möglich ist. Grundsätzlich ist es kein Problem, ein zweites OneDrive-Konto mit einer anderen E-Mail-Adresse anzulegen und die Dateien auch mit diesem Laufwerk zu synchronisieren. Das ist dann ein zweites Backup-Medium, das die Wahrscheinlichkeit eines Datenverlustes weiter reduziert.

Ansonsten ist das Backup einzelner Verzeichnisse, z.B. mit dem sehr guten Backup-Tool Uranium, auf eimem NAS-Gerät mit zwei Festplatten, die gespiegelt betrieben werden, immer noch die beste Variante.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.