Tipp: Lästige Fehlermeldungen wegen nicht vorhandener Laufwerksbuchstaben unterdrücken

Man über Apps sagen was man will, aber solche Fehler sind bei einer App unmöglich. Ein Verzeichnispfad mit einem Laufwerksbuchstaben, der durch die Installation „fest verdrahtet“ wird. Beim Umzug des PCs, beim Upgrade auf Windows 10, beim Einbau einer neuen Festplatte, es gibt gleich mehrere Gründe warum Windows die Laufwerksbuchstaben ab E: oder F: aufwärts neu vergibt. Hat ein Programm noch den alten Laufwerksbuchstaben gespeichert, kommt es zu einer lästigen Fehlermeldung wann immer das Programm direkt oder indirekt (im Hintergrund) aktiv wird.

Eine einfache Möglichkeit diese Meldung vorübergehend abzustellen besteht darin, über das uralte „DOS-Kommando“ subst den nicht vorhandenen Laufwerksbuchstaben auf ein Verzeichnis eines vorhandenen Laufwerks umzuleiten. Wählt man dabei das Stammverzeichnis \ wird der Laufwerksbuchstabe auf das Stammverzeichnis und damit auf das Laufwerk selber umgeleitet.

Gehen Sie dazu wie folgt vor:

Schritt 1: Starten der Eingabeaufforderung oder PowerSHell.

Schritt 2: Eingabe von z.B.

subst N: C:/

.

Diese Umleitung leitet ein (nicht vorhandenes) Laufwerk N: auf Laufwerk C: und dessen Stammverzeichnis um.

Das Subst-Kommando ordnet einem Verzeichnis einen freien Laufwerksbuchstaben zu

Soll dieser Befefehl nach jedem Windows-Start automatisch ausgeführt werden, muss er in eine Textdatei eingetragen werden, die die Erweiterung .cmd enthält. Diese Datei wird in den Autostart-Ordner kopiert.

Eine andere Alternative ist das Einrichten einer RAM-Disk, die den Laufwerksbuchstaben erhält (eine RAM-Disk ist ein vollwertiges Laufwerk, das sich komplett im Arbeitsspeicher befindet). Eine sehr gute, wenn auch nicht kostenlose Alternative ist die RAM-Disk für Windows von SoftPerfect, die auch in meinem Windows 10-Ratgeber vorgestellt wird:

https://www.softperfect.com/products/ramdisk/

Ein Trojaner in einer Mail mit Amazon.de als Absender

Gleich vorweg, Amazon verschickt natürlich keine Trojaner, aber es gibt Betrüger, die verwenden z.B. Amazon.de als Absenderadresse und versenden mit einer vermeintlichen Rechnung im Anhang einen Trojaner.

Als PC-Anwender ist man einiges gewohnt. Paypal-Abrechnungen, die keine sind (Paypal verschickt niemals Abrechnungen genau wie eine Bank niemals Kontoauszüge als Anhang versenden würde), Rechnungen und Mahnungen zu Produkten, die man nie bestellt hat, und eben auch Rechnungen von Amazon. Letzteres klingt nicht weitergeholt, denn unter dem Dach von Amazon tätige Händler verschicken natürlich auch Rechnungen als Anhang als Folge einer Bestellung bei Amazon. Wenn die Mail von „Amazon.de“ aber keine Bestellnummer enthält, sollte man schon misstrauisch werden.

Normalerweise lösche ich solche Mails sofort, dieses Mal war ich neugierig. Mich hat es interessiert, was sich die Betrüger haben einfallen lassen oder, ob vielleicht doch Amazon ausnahmsweise einmal nachlässig war und eine Rechnung ohne Angabe einer Bestellnummer verschickt hatte. Immerhin traf die Mail über jene Adresse ein, die ich in erster Linie für Bestellungen verwende. Aber bereits beim Schreiben dieses Blog-Eintrags wurde mir klar, dass Amazon niemals ein solcher Lapsus unterlaufen würde. Ein perfekte Logistik mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks und den Charme eines Containerterminals macht keine Fehler. Aber ich schweife ab.

Die Vorgehensweise für die „Analyse“ eines verdächtigen Inhalts in Gestalt einer Zip-Datei besteht darin, den Anhang zu speichern, am besten in einem leeren Verzeichnis, wenngleich dies keine Rolle spielt, und die Datei dann mit Windows Defender oder Malwarebytes zu untersuchen. Dazu muss die Datei lediglich mit der rechten Maustaste angeklickt werden.

Es ist interessant und auch ein wenig irritierend, dass das hochgelobte Antivirenprogramm Malwareybtes in der Zip-Datei nichts Verdächtiges fand, während Windows Defender. der in der Vergangenheit eigentlich keinen ganz so guten Ruf was seine Zuverlässigkeit angeht genoss, einen bekannten Trojaner (Nymain) anzeigte, der weitere Schadprogramme aus dem Internet nachlädt. Soweit kam es bei mir zum Glück nicht, da ich den Trojaner durch Defender unter Quarantäne stellen ließ. Dadurch wird die Datei nicht gleich gelöscht, sondern lediglich in ein anderes Verzeichnis verschoben, in dem es keinen Schaden anrichten kann, z.B. C:\ProgramData\Microsoft\Windows Defender\Quarantine.

Weitere Infos zum Nymain-Trojaner gibt es beim BSI: https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/Risiken/BotNetze/Avalanche/Schadsoftware/Nymaim.html

Trojaneralarm in einer Zip-Datei, die eine Rechnung von Amazon enthalten soll

https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/Risiken/BotNetze/Avalanche/Schadsoftware/Nymaim.html

Die wichtigsten Neuerungen des Fall Windows 10 Creators Update 1709

Seit dem 10. Oktober 2017 gibt es ein neues Update für Windows 10. Es ist das fünfte Update nach dem Windows 10-Release im Juli 2015. Der offizielle Name des Updates ist „Fall Creators Update“, das englische Wort „fall“ steht für die aktuelle Jahreszeit, nämlich Herbst. Die Versionsnummer ist 1709, was nicht ganz stimmig ist, da das Update nicht im September, sondern im Oktober erschienen ist. Aber wir wollen nicht kleinlich sein (ist Microsoft ja auch nicht, denn auch dieses Update wird kostenlos verteilt). Es ging in erster Linie darum, dass die Versionsnummern konsistent und die Monatsnummern über die Jahre gleich bleiben. Der Codename für dieses Update ist „Redstone 3“. Die meisten werden mitbekommen haben, dass inzwischen bereits die erste Vorabversion von „Redstone 4“ für Insider zur Verfügung steht. Wann wird es diese Version geben? Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im März oder April nächsten Jahres. Daher steht mit 1803 auch die Versionsnummer bereits fest.

Doch aktuell gibt es erst einmal Redstone 3 zu installieren bzw. zu warten bis es beim nächsten Neustart automatisch installiert – die ganze Prozedur dauert ca. 1 Stunde (was sehr lang ist für ein Update). Um es vorweg zu nehmen, die Liste der Neuerungen ist überschaubar. Von der angekündigten Umstellung der Benutzeroberfläche auf „Fluent Design“ (mehr Räumlichkeit, mehr Farbverläufe usw.) ist im Startmenü noch nichts zu sehen. Diese optische Verbesserung soll ohnehin zunächst nur auf die Universal Apps (so nennt Microsoft jene Apps, die unter Windows 10 und anderen Plattformen wie Windows 10 Mobile oder XBox laufen sollen) angewwendet werden.

Es gibt natürlich viele gute Artikel im Web, die die Neuerungen des Fall Creators Update sehr schön und ausführlich beschreiben. Eine Empfehlung ist ein Artikel auf Golem.de:

https://www.golem.de/news/windows-10-version-1709-im-kurztest-ein-bisschen-kontaktpflege-1710-130710.html

Ich werde diesen Artikel nicht noch einmal durchkauen, sondern die Neuerungen des Fall Creators Update im Folgenden nur stichwortartig zusammenfassen:

  • Das Windows Subsystem für Linux (WSL) ist offiziell fertig
  • Skype-Kontakte werden über die Taskleiste angezeigt
  • Die Cortana-Einstellungen wurden in die Einstellungen verlagert – aus dem Startmenü wurde die Dame sogar herausgenommen (seltsam). Vielleicht stellt Microsoft die Sprachsteuerung irgendwann in naher Zukunft auf Alexa um.
  • Es gibt ein erste zaghafte Handy-Integration mit iPhone und Android.
  • Die im Vorfeld angekündigte Ordnerüberwachung als Schutz vor Expressungstrojanern ist vorhanden, ist aber deaktiviert.
  • Im Taskmanager wird die Leistung des Grafikchips (GPU) angezeigt – das ist, neben der Versionsnummerabfrage, die einfachste Methode um festzustellen, ob das Creators Fall-Update bereits installiert ist.
  • Mit Version 1709 (Redstone 3) beginnt das Zeitalter der „Mixed Reality“ – das bedeutet konkret, dass mit Hilfe relativ preiswerter und bereits erhältlicher Headseats von einer App Objekte in das Sichtfeld eingeblendet werden. Aktuell ist davon noch nichts zu sehen. Das wird sich in den nächsten Monaten sicher ändern, wenn erste Apps über das nächste Update installiert werden – wer sich einen Überblick über das Thema verschaffen möchte, sollte sich die folgende Webseite anschauen: https://www.microsoft.com/de-de/windows/windows-mixed-reality
  • Unterstützung für die Augenbewegungsverfolgungsgeräte von Tobii („Eye Tracking“ hört sich etwas besser an). Die Geräte gibt es seit vielen Jahren (die schwedische Firma ist seit Jahren auf der Cebit vertreten).

    Wie es der erwähnte Golem-Artikel schön auf den Punkt bringt, wirkt im aktuellen Update einiges noch unfertig. Andere angekündigte Funktionen wie eine Cloudablage (damit lassen sich à la Pastebin Texte und andere Informationen über das Web zwischen Computern übertragen) und Timeline (geräteübergreifendes Arbeiten an Dokumenten) wurden einfach auf das nächste Update verschoben. „Windows wird niemals fertig“ – wir erinnern uns.

    Windows-Veteranen werden vermutlich eher erfreut zur Kenntniss nehmen, dass die erneute Umstellung auf eine neue Oberfläche oder genauer auf ein neues Design (am Aufbau des Startmenüs oder der Taskleiste soll sich nichts ändern) langsam und in kleinen Schritten vollzogen wird. Die Systemsteuerung ist immer noch da, genau wie sämtliche Verwaltungstools. Und auch Paint wurde noch nicht in den Ruhestand geschickt. Die unter dem Projektnamen „Honolulu“ zusammengefasste neue Generation von Verwaltungstool wird eventuell erst bei Redstone 4 dabei sein oder bei „Windows 10 Pro for Advanced PC“ oder viel später kommen oder auch gar nicht.