Tipp: Mails von Outlook.de mit einem Mail-Client abrufen – es kommt auf eine Einstellung an

Ich benutze seit vielen Jahren Postbox als Mail-Client. Das Programm ist nicht kostenlos, aber es ist durchdacht, übersichtlich und basiert auf der Codebasis von Thunderbird und damit auf einem Open Source-Programm.

Weitere Infos gibt es unter https://postbox-inc.com/

Vor ein paar Wochen ließ sich der Zugang zu Outlook.de nicht mehr einrichten. Eigentlich eine Kleinigkeit, aber aus irgendeinem Grund wurde das Kennwort nicht akzeptiert. Das Anmelden im Webportal war dagegen kein Problem. Eher per Zufall bin ich in einem Forum auf den entscheidenden Hinweis gestoßen – damit Mails per POP-Protokoll in einem E-Mail-Client abgerufen werden können, muss dafür im Webportal eine Einstellung gesetzt werden.

Also:

1) an Outlook.de anmelden
2) auf das Zahnradsymbol klicken
3) im Bereich „POP und IMAP“ unter POP-Optionen Geräten und Apps die Verwendung von POP gestatten (POP steht übrigens für „Post Office Protocoll“)

Bei der Gelegenheit werden einem auch die Einstellungen für POP und SMTP angezeigt.

Für das das Senden von Mails (SMTP):

Servername: smtp-mail.outlook.com
Port: 587
Verschlüsselung: STARTTLS

Für das Abrufen von Mails (POP und IMAP):

Servername: imap-mail.outlook.com
Port: 993
Verschlüsselung: TLS

Bei Outlook.de muss das Abrufen von Mails per POP-Client aktiviert werden

Tool der Woche: Festplatten zuverlässig löschen mit Disk Wipe

Wer eine Festplatte oder ein USB-Laufwerk weggibt oder es zum Recyclinghof trägt, sollte dafür sorgen, dass es wirklich leer ist und sich die gelöschten Daten nicht mit einer Spezialsoftware mit minimalem Aufwand wiederherstellen lassen. Was eventuell nicht jeder weiß: Lösche ich eine Datei unter Windows, wird sie lediglich aus dem „Inhaltsverzeichnis“ des Dateisystems gelöscht, ihre Daten werden nicht gelöscht. Das Wiederherstellen der Daten ist damit mit Hilfe spezieller Tools grundsätzlich sehr einfach. Noch einfacher ist es, den Inhalt der Festplatte einfach einzusammeln und von einer Software auswerten zu lassen.

Damit Daten wirklich gelöscht werden, müssen alle Sektoren des Laufwerks z.B. mit Nullen beschrieben werden. Ein Helfer, der das seit vielen Jahren zuverlässig erledigt, ist Disk Wipe von einem unbekannten Autor.

Das Programm ist eine echte Freeware ohne Werbung, Candyware oder einer Professional Version im Hintergrund. Der Autor hat lediglich einen Spenden-Button auf seine Webseite platziert. Und „etwas“ Werbung, so dass man genau darauf achten sollte welches Produkt man per Download-Button im Begriff ist herunterzuladen.

Die Downloadadresse ist http://www.diskwipe.org/

Der Download besteht aus der Datei Diskwipe.exe, die direkt gestartet wird.

Der Umgang mit dem Tool ist grundsätzlich sehr einfach:

>Laufwerk auswählen
>Wipe Disk-Button klicken
>Dateisystem für die Formatierung wählen
>Löschverfahren („Erasing Pattern“ wählen bzw. die Voreinstellung übernehmen
>Das endgültige Löschen aller Daten durch Eingabe von „ERASE ALL“ noch einmal bestätigen.

Auch SDD-Platten werden unterstützt, wenngleich hier offenbar ein Löschen einer Datei auch ein Löschen der Daten beinhaltet.

Das Systemlaufwerk kann verständlicherweise im laufenden Betrieb nicht gelöscht werden. Umfasst ein Laufwerk mehrere Partitionen, muss jede Partition einzeln gelöscht werden.

Wichtig: Das Löschen eines Laufwerks dauert, natürlich abhängig von der Größe, einige Stunden. Selbst wenn mit „One Pass“ das einfachste Löschverfahren verwendet wird. Das Löschen eines 500 GB-USB-Laufwerks USB 2.0 hat bei mir einen ganzen Vormittag gedauert.

Disk Wipe löscht die Daten auf eine Laufwerk so, dass sie nicht wiederhergestellt werden können

Windows – eines der größten Softwareprojekte aller Zeiten?

Vor kurzem gab Microsoft (das Unternehmen, von dem u.a. das Betriebssystem Windows stammt) bekannt, dass die Entwicklung von Windows auf eine neue Versionsverwaltung umgestellt wurde. Versionsverwaltung (im Englischen „Version Control“) ist eine Anwendung, die alle Dateien verwaltet, die von den Entwicklern erstellt werden. Sie sorgt u.a. dafür, dass die einzelnen Versionen einer Anwendung jederzeit abgerufen werden, Entwickler erkennen, welche Unterschiede zwischen zwei Dateien bestehen, die in unterschiedlichen Versionen vorliegen, und vieles mehr. Kurz: Eine Versionsverwaltung ist für die Software-Entwicklung im Team unverzichtbar. In der Vergangenheit hatte Microsoft eine Eigenentwicklung verwendet, in Zukunft wird dafür von den Windows-Entwicklern die sehr populäre Versionsverwaltung Git eingesetzt. Dass diese ursprünglich von dem Finnen Linus Torvald stammt, jenem Menschen, der sich Linux ausgedacht hat, ist nur ein Detail am Rande. Auch der Umstand, dass das Windows-Team in Zukunft eine andere Versionsverwaltung einsetzt, ist ein Detail, das nur wenige Menschen interessieren wird. Zu Recht. Sehr viel interessanter sind die Details, die im Zusammenhang mit der erfolgten Umstellung bekannt gegeben wurden. Sie geben einen Einblick in die Größenordnung des Softwareprojekts Windows.

Folgende Details gehen aus der Mitteilung des zuständigen Microsoft-Mitarbeiters Brian Harry hervor:

>An Windows arbeiten 4.000 „Engineers“ (!) (Software-Entwickler, Tester, Projektleiter usw.)
>Geht man bei 4.000 Mitarbeitern der Einfachheit halber von einem Jahreseinkommen von 50.000€ aus, belaufen sich alleine die Personalkosten auf 200 Millionen im Jahr
>Die Windows Code-Basis besteht dabei aus gut 3,5 Millionen Dateien, Gesamtgröße 300 GB
>Jeden Tag werden 1760 (!) interne Versionen der aktuellsten Windows-Version umgesetzt. Alle paar Wochen wird eine solche Version dann im Rahmen des Insider-Programms veröffentlicht.

Das Windows-Projekt ist aktuell das größte Software-Projekt, das auf Git läuft (es gibt aber noch größere Projekte, u.a. bei Google, die aber nicht unter Git betrieben werden). Betrachtet man den Aufwand, der für die Entwicklung von Windows betrieben wird, kann ich im Moment kein größeres Software-Projekt vorstellen, an dem noch mehr Menschen arbeiten.

Wer sich für den Blog-Eintrag interessiert, findet ihn unter der folgenden Adresse. Er ist aber relativ technisch gehalten, da die Zielgruppe in erster Linie Entwickler sind:

https://blogs.msdn.microsoft.com/bharry/2017/05/24/the-largest-git-repo-on-the-planet/

Wie sicher sind meine Dateien bei OneDrive?

OneDrive von Microsoft ist zurecht eine beliebte Ablage für Dateien aller Art. Es ist nahtlos in die Benutzeroberfläche von Windows über den Explorer integriert, einfach zu bedienen (oft etwas zu einfach, da man sich dadurch über die möglichen Folgen nicht im Klaren sein könnte – etwa, dass eine Datei, die im Webportal gelöscht wird, über die automatische Synchronisierung auch auf der Festplatte gelöscht wird) und natürlich kostenlos. Lediglich beim Speicherplatz könnte Microsoft etwas großzügiger sein. Um das kostenpflichtige Office 364-Angebot attraktiver zu machen (hier gibt es 1 TB), wurde der Speicherplatz auf 7 GB verknappt (Stand: August 2017).

Außerdem muss/sollte man seine Dokumente verschlüsseln, wenn sie private Informationen enthalten. Bilder mit Personen, inbesodere Kinder, sowieso.

Im Folgenden soll es nur um die Sicherheit meiner Dateien sichern. Sind sie so sicher wie in Abrahams Schoß, kümmert sich Microsoft um alles, sollte in ein Microsoft-Rechenzentren der Blitz einschlagen und alle Server lahm legen, gibt es dann ein Backup?

Zunächst gibt es bei OneDrive den Papierkorb in Gestalt des Recycle bin-Ordners. Hier werden gelöschte Dateien bis zu 30 Tage aufbewahrt und danach gelöscht. Damit wird das versehentliche oder mutwillige (etwa durch einen Expressungstrojaner) Löschen von Dateien etwas entschärft.

Als Schutz vor Hardwareausfällen in einem Microsoft-Rechenzentrum gibt Microsoft, dass mehrere Kopien der Dateien auf mehreren Servern gehalten werden. Wie das genau geschieht wird nicht verraten. Auch nicht, ob man einen Recht hat, diese Kopien zu erhalten für den Fall, dass man seine Dateien endgültig gelöscht hat und diese zurückerhalten möchte. Vermutlich ist das aussichtlos.

Es läuft darauf hinaus, dass auch OneDrive nicht die ultimative Backup-Lösung ist. Zum einen sollten private Daten nicht unverschlüsselt bei OneDrive abgelegt werden, zum anderen werden gelöschte Dateien nach 30 Tagen endgültig gelöscht und es dürfte keine Möglichkeit geben, an die von Microsoft angefertigten Kopien der eigenen Dateien heranzukommen.

Wer seine Dateien so sicher wie möglich ablegen möchte und mit der Cloud kein Problem hat, benötigt einen Anbieter mit einem expliziten Backup-Plan, bei dem eine auf den Backups basierende Wiederherstellung möglich ist. Grundsätzlich ist es kein Problem, ein zweites OneDrive-Konto mit einer anderen E-Mail-Adresse anzulegen und die Dateien auch mit diesem Laufwerk zu synchronisieren. Das ist dann ein zweites Backup-Medium, das die Wahrscheinlichkeit eines Datenverlustes weiter reduziert.

Ansonsten ist das Backup einzelner Verzeichnisse, z.B. mit dem sehr guten Backup-Tool Uranium, auf eimem NAS-Gerät mit zwei Festplatten, die gespiegelt betrieben werden, immer noch die beste Variante.

Tool der Woche: TreeSize von JAM Software

(August, 2017) Das Problem mit zu vollen Festplatten tritt auch im Zeitalter von 10 TB-Festplatten auf, vor allem natürlich auf Laptops, deren Festplatten, insbesondere, wenn man sich eine SSD geleistet hat, chronisch zu klein sind. Als vor kurzem wieder die Installation einer Anwendung scheiterte weil nur noch 0 Bytes auf Laufwerk C: frei waren, war mir klar, dass ich etwas tun musste. Eine größere Festplatte einzubauen wäre zwar die einfachste Lösung, doch kam diese aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.

Aufräumen war angesagt, doch wie und wo beginnen? Ich weiß zwar als alter Hase in etwa wo ich größere Dateien als potentielle Löschkandidaten finden und welche ich davon löschen kann, gut 80% aller Anwender wird in diesem Punkt aber entweder keinen Plan haben oder einfach aus Prinzip keine Dateien löschen wollen, deren Rolle sie nicht kennen.

Ein sehr gutes Tool, um sich einen Überblick zu verschaffen, ist TreeSize von der kleinen Softwarefirma JAM Software aus der schönen Moselstadt Trier.

Die Downloadadresse ist

http://www.jam-software.de/freeware/

Das Tool zeigt die aktuelle Laufwerksbelegung übersichtlich an und bietet eine deutlich übersichtlichere Darstellung als beispielsweise der Explorer. Damit lässt sich sehr viel einfacher erkennen, welche Verzeichnisse den meisten Platz belegen. Die Frage, ob eine Datei gelöscht werden kann oder nicht, kann TreeView natürlich nicht beantworten.

TreeSize gibt es in einer kostenlosen Version und einer preiswerten Personal Edition. Ich habe letztere lizenziert, da hier u.a. die Festplattenbelegung in einem schönen Kuchendiagramm angezeigt wird.

Nach dem Start scannt das kleine Programm die Festplatte und zeigt kurz danach die Laufwerksbelegung in einer Übersicht an.

TreeSize von JAM Software ist eine chronisch zu vollen Festplatten eine wertvolle Hilfe, da es eine Übersicht bietet, die es beim Explorer nicht gibt