ISO-Dateien in eine Vhd-Datei konvertieren mit Hilfe eines (PowerShell-) Skriptes

In mehreren Kapiteln meines Windows 10-Ratgebers geht es um den Umgang mit ISO- und Vhd-Dateien. Eine ISO-Datei dürfte jeder schon einmal verwendet haben. Microsoft stellt solche Abbilddateien bereits seit vielen Jahren bei allen möglichen Gelegenheiten zur Verfügung. Entweder direkt oder wie bei Winbdows 10 über den Umweg des Media Creation Tools, mit dessen Hilfe man die Windows 10-Installationsdateien herunterlädt und auf Wunsch als ISO-Datei speichert, so dass mit dieser z. B. einen Computer bootet, um damit Windows 10 zu installieren.

Eine ISO-Datei fasst das komplette Abbild eines Laufwerks in einer Datei zusammen. Brennt man die ISO-Datei auf eine DVD, entsteht so ein bootfähiges Medium.

Auch eine Vhd-Datei fasst ein komplettes Laufwerk in einer Datei zusammen. ISO- und Vhd-Dateien unterscheiden sich sowohl im Aufbau als auch bezöglich ihres Verwendungszwecks. Während ISO auf einem international anerkannten Standard basiert, ist Vhd eine „Erfindung“ von Microsoft (bzw. der Firma Connector, deren Produkt Microsoft vor vielen Jahren eingekauft hatte und aus dem später Virtual PC und Virtual Server wurden, die es beide aber schon lange nicht mehr gibt). Vhd-Dateien werden nahezu ausschließlich für virtuelle Festplatten im Zusammenhang mit Hyper-V eingesetzt. Auch Virtual Box kann Vhd-Dateien als Laufwerke mounten, wer VMWare verwendet, muss die Vhd-Datei mit dem V2V Converter von Starwind in eine Vmk-Datei konvertieren.

Für das Anlegen einer VM wäre es manchmal praktischer, wenn anstelle der ISO-Datei das Installationsmedium als Vhd-Datei zur Verfügung st+nde. Die Konvertierung einer ISO- in eine Vhd-Datei ist mit den Bordmitteln von Windows 10 alleine nicht möglich. Es gibt aber ein Skript, mit dem die Konvertierung relativ einfach möglich ist. Es gibt nur ein kleines Problem: Das Skript gibt es aktuell nur als Teil eines Windows Server 2016-Installationsmedium, also innerhalb einer ISO-Datei. Und wie kommt man an diese ISO-Datei? Am einfachsten über den Download einer kostenlosen Testversion von Windows Server 2016. Die Frage ist nur, ob man ca. 4 GB an Daten heunterlädt wegen eienr Datei, die nur ein paar KB groß ist. In Zeiten von 50000er-DSL dauert der Download zwar nur ein paar Minuten, aber vielen dürfte das doch gegen das Verhältnismäßigkeits-Prinzip verstoßen. Könnte daher der Autor nicht einfach… Leider nicht, denn auch wenn es nur ein harmloses Skript ist, unterliegt es offiziell der Lizenzierung von Windows Server 2016 durch Microsoft und darf daher, wie jede andere Datei auch, nicht zum freienn Download durch eine dritte Person angeboten werden.

Wichtig: Ein Skript mit dem Namen Convert-Image.ps1 wird auch im Rahmen der TechNet Script Gallery angeboten. Aus welchen Gründen auch immer ist dies die falsche Version, die unter Windows 10 leider nicht funktioniert.

Im Folgenden tue ich daher so als hätten Sie sich das Skript auf irgendeine (legale) Weise besorgt und es befindet sich z.B. im Dokumente-Verzeichnis. Ferner kennen Sie den Namen und Pfad der zu konvertierenden ISO-Datei.

Schritt 1: Starten Sie die PowerShell (am besten als Administrator)

Schritt 2: Stellen Sie sich sicher, dass auf Ihrem Computer PowerShell-Skripte ausgeführt werden können.

Geben Sie dazu ein:

Get-ExecutionPolicy

Gibt der Befehl „Restricted“ zurück? Dann müssen Sie mit dem folgenden Befehl die Ausführungsrichtlinie auf „Unrestricted“ setzen:

Set-ExecutionPolicy Unrestricted -Force -Scope CurrentUser

Schritt 3: Laden des Skripts in die PowerShell ISE

Schritt 4: Führen Sie das Skript per F5-Taste aus.

Damit wird lediglich die Function-Definition des Skripts ausgeführt, es passiert noch nichts.

Schritt 5: Geben Sie den Befehl für die Konvertierung ein

Geben Sie den folgenden Befehl entweder in einem neuen Fenster der ISE oder in der Konsole ein.

$ISOPath = "E:\ISO\de_windows_10_pro_10240_x86_dvd.iso"
$VhdPath = "E:\Win10.vhd"
$Edition = "Pro"
Convert-WindowsImage -SourcePath $ISOPath -Edition $Edition -DiskLayout BIOS -VHDPath $VhdPath

Damit das Ganze auch funktioniert, müssen Sie die Pfade für die ISO- und die Vhd-Datei entsprechend anpassen. Über die Variable $Edition und ihren Wert „Pro“ wird das Image für die Pro-Edition konvertiert, die Alternative wäre die Angabe „Home“ für die Home Edition.

Die Befehle für die Konvertierung wurden in die PowerShell ISE eingegeben

Schritt 6:

Starten Sie die Konvertierung

Wenn Sie die eingegebenen Befehle ebenfalls per F5 starten und keine Fehler gemacht haben, sollte die Konvertierung starten. Als erstes werden ein paar Kontrollmeldungen in der Konsole ausgegeben. Sind alle „Vorabtests“ abgeschlossen, wird die eigentliche Konvertierung durchgeführt, die Sie anhand eines Fortschrittsbalkens verfolgen.

Windows 10 ist kein Betriebssystem, sondern ein Dienst

Ich erinnere mich noch ganz gut an die Zeit, in der Windows unter Kennern kein echtes Betriebssystems, sondern lediglich ein Aufsatz auf das Betriebssystem MS-DOS war (was technisch auch stimmte).

Mit Windows 95 wurde es dann zu einem Betriebssystem, in dem mit dem Einschalten gleich in die GUI gebootet wurde. Mit Windows XP kam der deutlich leistungsfähige „NT-Kern“ dazu.

Bei Windows 10 spricht selbst Microsoft nicht mehr von einem Betriebssystem. Offiziell heißt es:

Windows 10 ist ein Dienst, der laufend durch regelmäßige Softwareupdates verbessert wird.

Die Hosts-Datei editieren mit Hosts File Editor

Die Hosts-Datei ist eine unscheinbare Datei mit dem Namen Hosts im Verzeichnis C:\Windows\System32\drivers\etc.

Sie enthält Einträge, die IP-Adressen DNS-Adressen zuordnen, so dass sich damit eine nicht vorhandene DNS-Namensauflösung simulieren lässt.

Die Hosts-Datei kann auch als Ad Blocker fungieren, in dem die Aufrufe von Werbenetzwerken durch hinzugefügte Einträge auf die Adresse 0.0.0.0 bzw. 127.0.0.1 und damit auf den eigenen PC umgeleitet werden.

Ein Beispiel für einen solchen Eintrag ist 0.0.0.0 ad.doubleclick.net, um Aufrufe an das DoubleClick-Werbenetzwerk zu verhindern.

Eine gute Beschreibung dieser einfachen Technik gibt es unter http://winhelp2002.mvps.org/

Normalerweise wird die Hosts-Datei im Editor bearbeitet, mit dem Hosts File Editor gibt es aber auch ein GUI-Tool für diesen Zweck: http://hostsfileseditor.weebly.com/

Das kleine Tool ist natürlich nicht nur ein simpler Editor-Ersatz, seine Hauptaufgabe besteht darin, dass es auf Wunsch alle Einträge hinzufügt, mit denen die „Rückrufe“ bestimmter Werbenetzwerke, von Portalen wie YouTube oder auch die Microsoft-Telemetrie-Daten geblockt werden (Voraussetzt natürlich, dass sich die Adressen nicht in der Zwischenzeit geändert haben).

Der Hosts FileEditor soll unverwünschte Verbindungen ins Internet verhindern

Exe-Dateien auf Schadprogrammen prüfen mit PEStudio

Ein interessantes Tool, mit den sich heruntergeladene Exe-Dateien auf Schadcode prüfen lassen, ist PEStudio von Winitor.com.

Download unter https://www.winitor.com/

Man blickt damit in das Innere der Datei, das übersichtlich strukturiert angezeigt wird, ohne die Datei öffnen oder eine Programmdatei ausführen zu müssen.

Das ist vor allem bei Exe-Dateien sehr hilfreich. PEStudio zeigt alle Details zum internen Aufbau der Exe-Datei an und führt u.a. einen Viruscan bei VirusTotal durch.

Ich habe das Tool heute erst per Zufall entdeckt und es daher in der aktuellen Auflage meines Windows 10-Ratgebers nicht berücksichtigen können.

PEStudio macht die „Innereien“ von Programmdateien sichtbar

Ein „Update“ zu meinem Windows 10-Ratgeber auf der Grundlage des Creators Update erscheint im Sommer 2017

Nach dem ich mit meinem Windows 10-Ratgeber sowohl das November Update als auch das Anniversary Update vom Juli 2016 ausgelassen hatte, habe ich das Buch für das aktuelle Creators Update überarbeitet. Es war deutlich mehr Arbeit als gedacht. Zum einen hat es seit dem Erscheinen der ersten Version im Sommer 2015 sehr viele Änderungen gegeben. Außerdem hat Microsoft gefühlt jede zweite Schaltfläche umbenannt. Erscheinen wird das Buch voraussichtlich im Juli. Mehr dazu in Kürze.