Windows 10 mit einem Produktschlüssel aktivieren

Bereits seit Windows Vista muss Windows mit einem Produktschlüssel („Product Key“) aktiviert werden. Dahinter steckt ein technisch komplizierter Mechanismus (u.a. weil eine Mehrfachaktivierung auf unterschiedlichen PCs verhindert wird), von der Sie aber im Allgemeinen nichts mitbekommen da moderne Windows 10-PCs eine digitale Lizenz verwenden, die automatisch aktiviert wird.

Sollte aus irgendeinem Grund noch eine Aktivierung „zu Fuß“ erforderlich sein, ist der Weg dahin sehr einfach: Einfach das Systemmenü öffnen, „Aktivierung“ eingeben und den ersten Eintrag selektieren. Sie landen damit in den Einstellungen und müssen nur noch auf Product Key ändern klicken.

Für alle anderen Situationen habe ich im Folgenden ein paar einfache Tipps zusammengestellt.

Tipp 1: Was ist der Produktschlüssel?

Der Produktschlüssel, auch Product Key genannt, ist ein 25-stelliger Code, der für die Aktivierung von Windows benötigt wird. Die Aktivierung ist erforderlich, um mit Windows 10 dauerhaft arbeiten zu können. Sie stellt sicher, dass Windows 10 nicht auf mehr PCs als in den Microsoft-Software-Lizenzbedingungen angegeben verwendet wird. Durch die Aktivierung wird auch festgelegt mit welcher Edition man arbeitet.

So sieht ein Produktschlüssel aus: VK7JG-NPHTM-C97JM-9MPGT-3V66T

Ist dieser Schlüssel gültig? Jein, also Ja und Nein. Es handelt sich um einen generischen Schlüssel, die Microsoft öffentlich zur Verfügung stellt. Sie können nur für die Installation verwendet werden, nicht für eine Aktivierung. Wird ein Windows 10 mit diesem oder einem ähnlichen generischen Schlüssel installiert, muss es in einer von Microsoft festlegten Zeitspanne mit einem „richtigen“ Produktschlüssel aktiviert werden. Der obige Schlüssel kann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr eine Windows 10-Installation verwendet werden, da Microsoft Schlüssel auch wieder sperrt. Eine sehr gute Adresse für die aktuellen Schlüssel ist das Deskmodder Wiki, z.B. https://www.deskmodder.de/wiki/index.php?title=Seriennummern_Key_generischer_Schl%C3%BCssel_Windows_10.

Tipp 2: Lies die Doku
Auch wenn solche Tipps im Allgemeinen nicht sehr beliebt sind, es lohnt sich definitiv die von Microsoft offiziell zur Verfügung gestellten Informationen zu mindestens zu überliegen.

https://support.microsoft.com/de-de/help/12440/windows-10-activation

Tipp 3: Den aktuellen Produktschlüssel auslesen

Wer ein bereits aktiviertes Windows 10 aus irgendeinem Grund erneut aktivieren möchte, z.B. beim Upgrade von Home auf Pro, sollte sich den aktuellen Produktschlüssel notieren, um ihn für eine Re-Aktivierung der aktuellen Windows 10-Lizenz verwenden zu können.

Das geht nicht mit den Bordmitteln von Windows alleine, man benötigt einen kleinen Helfer. Eine sehr gute Adresse (für mich die erste Wahl) sind immer die Tools von NirSoft.

Das kleine Tool, das auch in der Befehlszeile ausgeführt werden kann, heißt einfach nur Product Key, die ausführbare Datei ProduKey.exe. Die Downloadadresse ist

https://www.nirsoft.net/utils/product_cd_key_viewer.html

Nach dem Start wird der Produktschlüssel angezeigt. Über [Strg]+[K] wird er in die Zwischenablage kopiert.

Ein kleines Tool von NirSoft zeigt den Produktschlüssel der Windows 10-Installation an

Ein anderer praktischer Helfer ist Magical Jelly Bean, das ebenfalls den Product Key ausliest. Download unter https://www.magicaljellybean.com

Auch der Jelly Bean Key Finder gibt den Produktschlüssel von Windows 10 aus

Tipp 4: Einen Produktschlüssel nachträglich sichern

Im Installationsmedium von Windows 10 (z.B. in der Abbilddatei, der ISO-Datei) finden Sie im Ordner sources die Datei gatherosstate.exe. Kopieren Sie diese Datei auf die Festplatte, z.B. auf C:\temp, und führen Sie sie aus. Das Programm legt eine Datei mit dem Namen GenuineTicket.xml an, in der u.a. der Produktschlüssel enthalten ist.

Tipp 5: Einen Produktschlüssel validieren

Produktschlüssel gibt es viele. Bei Amazon, EBay&Co kosten Produktschlüssel für die Aktivierung von Windows 10 oft nur ein paar Euro. Ein verlockendes Angebot, keine Frage. Allerdings ist das Ganze eine rechtliche Grauzone. Es gibt außerdem keine Garantie, dass ein Produktschlüssel auch tatsächlich verwendet werden kann. Einige Angebote setzen voraus, dass man ein spezielles Image herunterladen muss. Der Produktschlüssel funktioniert dann nur mit diesem Image. Wer für den privaten Einsatz Windows 10 aktivieren möchte, kann das Risiko eingehen. Für den beruflichen Einsatz sind solche Keys ein absolutes No go.

Mit dem Tool Ultimate PID Checker lässt sich theoretisch herausfinden, ob ein Produktschlüssel gültig bzw. welche Sorte von Schlüssel es ist. Näheres dazu gibt es in einem lesenswerten Blog-Eintrag:

https://www.antary.de/2015/07/06/windows-keys-auf-gueltigkeit-ueberpruefen/

Das Tool wird auf verschiedenen Downloadportalen (z.B. Chip.de) in unterschiedlichen Versionsnummern angeboten. Leider ist die Entwicklung vom Autor offenbar eingestellt worden, die letzte Version datiert von 2012. Misstrauische Zeitgenossen vermuten, dass das Tool als „Nebeneffekt“ gültige Produktschlüssel abgreift (und vielleicht sogar automatisiert bei EBay reinstellt, was natürlich dem „Geld verdienen im Schlaf“-Konzept sehr nahe kommen würde und theoretisch eine stetige Einnahmequelle für den Autor wäre;). Das ist bei dem Tool aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht der Fall. Wird das Häkchen bei MAK Count nicht gesetzt, greift es offenbar nicht auf das Internet zu. Darüber hinaus dürfte es aktuellere Windows 10-Schlüssel nicht analysieren können. Bei mir hat es teilweise funktioniert, teilweise nicht.

Tipp 6: Wenn eine Aktivierung fehlschlägt, Hilfe zu den Error Codes
Lässt sich Windows 10 mit einem Produktschlüssel nicht aktivieren, ist lediglich ein Error Code die Folge, z.B. 0x80041023.

Einige Codes sind:

0xC004C003 – Dieser Produkt Key hat nicht funktioniert
0xC004F034 – Lizenz konnte nicht gefunden werden oder war ungültig
0xC004FC03 – Während der Aktivierung dieser Windows-Kopie ist ein Netzwerkproblem aufgetreten
0xC004F061 – Der Softwarelizenzierungsdienst hat festgestellt, dass der angegebene Product Key nicht für Neuinstallationen verwendet werden kann, sondern nur für Aktualisierungen
0xC004C4AE – Bei der Echtheitsüberprüfung wurden manipulierte Windows-Binärdateien erkannt
0xC004C008 – Vom Aktivierungsserver wurde festgestellt, dass das Aktivierungslimit des Product Key überschritten ist
0xC004C020 – Vom Aktivierungsserver wurde festgestellt, dass die Grenze für Mehrfachaktivierungsschlüssel (Multiple Activation Key, MAK) überschritten wurde
0x80072F8F – Es ist ein Sicherheitsfehler aufgetreten
0x80004005 – Unbekannter Fehler

Windows Know-how für die Praxis: Was steckt hinter AppData oder wo speichern Desktop-Anwendungen ihre Einstellungen?

Geht es z.B. darum, die Ablagen eines E-Mail-Programms zu sichern, stellt sich die Frage wo genau diese Dateien abgelegt werden? Outlook verwendet ein anderes Verzeichnis als Mozilla Thunderbird oder das sehr gute E-Mail-Programm Postbox, das ich verwende.

Alle persönlichen Daten werden nicht im Installationsverzeichnis der Anwendung, also unter C:\Program Files oder C:\Program Files (x86) unter einem 64-Bit-Windows, sondern im Benutzerprofilverzeichnis gespeichert.

Am einfachsten öffnet man das Benutzerprofilverzeichnis über Start|Ausführen und Eingabe von %AppData%. AppData ist der Name einer Umgebungsvariable des Betriebssystems, über die Prozentzeichen wird der Wert der Variablen abgerufen. Heisst das Benutzerkonto Administrator, lautet der Verzeichnispfad C:\Users\Administrator\AppData\Roaming.

Das AppData-Verzeichnis über Start|Ausführen im Explorer anzeigen

Das Roaming-Verzeichnis ist aber nur eines von zwei Benutzerprofilpfaden. Die Idee ist, dass in diesem Verzeichnis Anwendungen Daten ablegen, die mit dem Benutzer „wandern“ sollen, daher die Bezeichnung „Roaming“ für den Ordner. Unter C:\Users\Administrator\AppData\Roaming\Microsoft\Templates werden z.B. die Dokumentvorlagen für die Office-Programme abgelegt. Auch E-Mail-Programme legen hier ihre Dateien ab, z.B. auch jene, in denen die Mails selber gespeichert sind.

Das zweite Verzeichnis, in denen Anwendungen ihre Daten ablegen ist C:\Users\Administrator\AppData\Local. Auch für dieses Verzeichnis gibt es eine Umgebungsvariable: %LocalAppData%.

Tipp: Für die Ausgabe aller Umgebungsvariablen mit ihren aktuellen Werten gibt man über Start|Ausführen „cmd /k set“ ein.