Ich stelle den Blog ein…

Eigentlich hätte ich an dieser Stelle ein paar Worte zum aktuellen October Update von Windows 10 schreiben wollen, doch daraus wird nichts, denn ich stelle diesen Blog ein. Genauso wenig wird es noch eine Aktualisierung meines Windows 10-Ratgebers beim Rheinwerk-Verlag geben.

Folgende Gründe haben mich dazu bewogen:

>Die Entwicklung von Windows 10 durch Microsoft.

Windows 10 ist ein gutes Betriebssystem, für ca. 80% aller User ist es genau richtig. Für diese Menschen käme ein Linux aus den unterschiedlichsten Gründen nie in Frage. Die Verantwortlichen haben auf die Kritik in Bezug auf die Übertragung von Nutzerdaten an Microsoft zumindestens insofern reagiert, dass die Einstellungen besser erklärt werden (ich glaube beim October Update gibt es wieder eine neue Folge von Dialogen – das wäre dann mindestens die dritte Änderung in diesem Punkt) und die übertragenen Daten dokumentiert wurden, so dass sich für technisch versierte Menschen nachvollziehen lässt welche Daten übertragen werden. Aber es werden nach wie vor Daten in großem Umfang übertragen, die das Nutzerverhalten im Detail dokumentieren. Daran wird sich aller Voraussicht nach auch in Zukunft nichts ändern.

Aber, und das ist ein großes Aber, die Entwicklung geht in die falsche Richtung. Für Microsoft ist Windows inzwischen eine Art Auslaufmodell. Die Windows-Abteilung wurde vor einigen Monaten aufgelöst, viele Entwickler, die bislang zur „Windows Unit“ gehörten, werden künftig in der „Azure-Unit“ arbeiten. Das kann dem User zwar grundsätzlich egal sein, aber es macht deutlich welche Priorität die technische Weiterentwicklung von Windows als Betriebssystem bei Microsoft inzwischen hat. Keine. Das größte Aber für mich sind die halbjährlichen Updates, durch die jedes Mal irgendein Firlefanz an der Benutzeroberfläche geändert wird (vor allem im Startmenü) und die theoretisch eine AKtualisierung eines Windows Buches erforderlich machen. Das kann weder ein Verlag noch ein Autor leisten.

>Wertschätzung und der finanzielle Aspekt

Von den Verkäufen eines Windows-Ratgebers kann kein Mensch leben. Die Autorentätigkeit ist für mich schon seit längerem ein (zeitaufwändiges) Hobby, das ich mir aus mehreren Gründen nicht mehr leisten kann. Die Verlage interessiert das nicht, sie gehen einfach davon aus, dass der Autor oder die Autorin ihr Leben schon irgendwie finanziert. Dass das als klassischer „Freiberufler“ alles andere als einfach ist, können sich die Verlagsleiter nicht vorstellen. Das Buch hat generell an Stellenwert verloren. Das schlägt sich nicht nur in den verschwindend geringen Verkaufszahlen nieder, sondern auch allgemein in der Resonanz, die ein Fachbuch auslöst (z.B. Leserzuschriften oder allgemein positives Feedback).

Alles in allem ist für mich das Kapitel Windows beendet.

Ich begleite die Entwicklung seit der allersten Version, die ich irgendwann 1985 oder 1986 (so ganz genau kann ich mich nicht mehr erinnern) auf einem PC mit 640 KB Arbeitsspeicher und einer Monochrom-Grafikkarte installiert hatte (für Reversi, dem einzigen Grund damals Windows zu starten, hat es aber gereicht). Mit Windows 3.0 kam der große Durchbruch und mit Windows 95 brach sogar ein regelrechter „Hype“ aus – mein Windows 95-Buch hatte sich über die Jahre weit über 100.000 Mal verkauft. Heute gilt ein Buch als „Bestseller“, wenn vielleicht 2000 Exemplare verkauft werden. Danach ging es mit Windows 98, Windows 98 SE und ME wieder bergab. Zu viel Marketing, zu wenig echte Innovationen. Ich muss allerdings selbstkritisch anmerken, dass es damals zu jeder dieser Versionen ein Kompendium von mir gab.

Mit Windows XP und der Umstellung auf den NT-Kern (bis dahin wurde Windows wie in den Anfangstagen durch einen DOS-Lader gestartet) gab es wieder einen „Durchbruch“ (ich hatte mich damals in der Microsoft-Firmenzentrale in Redmond neben der Count-Downuhr, die die Tage bis zur Freigabe herunterzählte, einen Tag vor der Freigabe fotografieren lassen – einen Tag später stand an derselben Stelle Firmengründer Bill Gates, der stolz eine bunte Mappe im A5-Format, in der eine Windows XP-CD enthalten war, hochhielt – ob die Mappe tatsächlich eine CD enthielt ist natürlich nicht bekannt – die Geldbörse, die er bei der Wetten daß-Sendung Thomas Gottschalk übergab, so dass der Moderator die Geldbörse des damals reichsten Mann der Welt dem Fernsehpublikum präsentieren konnte, gehörte auch nicht ihm, sondern seinem Pressesprecher).

Mit Windows Vista, das mit jahrelanger Verspätung auf den Markt kam, gab es das erste Debakel (wobei das Betriebssystem selber gar nicht so schlecht wie sein Ruf war). Windows 7 war wieder ein sehr gutes Betriebssystem, dem bis heute viele zu Recht die Treue halte (ich installiere es ist inzwischen auch wieder öfter weil es nach wie vor alles bietet, was man von einem Betriebssystem erwartet). Windows 8 toppte Vista noch einmal was die zurecht sehr negative Kritik anging. Es war ein Paradebeispiel dafür wie ein Großkonzern komplett den Sensor für die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden verloren hatte.

Mit Windows 10 wurde es zwar wieder besser, doch da der neue Microsoft-Boss Nadella den Konzern komplett auf die Cloud ausrichtete wurde damit deutlich, dass die Wünsche der Windows-User in Zukunft keine allzu große Rolle mehr in der strategischen Planung des Konzerns spielen würden.

Wer sich über Windows 10 informieren möchte, dem kann ich aus der Fülle an Webseiten zwei Blogs empfehlen:

>Born City von meinem Autorenkollegen Günther Born – www.borncity.com

Günther schreibt seit Jahrzehnten kompetent und unterhaltsam zu allen Aspekten von Windows

>Deskmodder.de

Auch wenn die Optik etwas gewöhnungsbedürftig ist, ist dies einer der besten Blogs zu Windows 10 im deutschsprachigen Raum. Wer die aktuellste Windows 10 Preview als ISO-Datei herunterladen möchte, ist hier richtig.

Ich werde natürlich in den kommenden Jahren in der großen IT-Welt als Software-Entwickler und Vermittler von Know-how (z.B. durch Schulungen) aktiv sein.

Ihr Peter Monadjemi
Esslingen, Oktober 2018

Ein Hauch von Zukunft wird (theoretisch) für jeden erschwinglichlich – Gesichtserkennung mit der Hello WebCam DX1 von CSL für 64.90€

Eine Gesichtserkennung als Alternative zur Kennworteingabe bieten heutzutage bereits viele Smartphones der Mittelklasse. Dank einer preiswerten Webcam steht sie auch für PC-Anwender zur Verfügung. Die Webcam heißt DX1 und wird von der Firma DSL vertrieben. Beim Online-Kaufhaus um die Ecke kostet die schlappe 70€. Das ist für eine Webcam zwar immer noch viel Geld, in Anbetracht des Umstandes, dass das Referenzmodell von Intel bislang knapp 300€ kostete, ist es dann doch ein relativ preiswertes Angebot.

Die Installation verläuft im Allgemeinen absolut problemlos. Im einfachsten Fall muss nichts installiert werden. Nach dem Anstecken der Kamera an einem USB-Port sollte kurz darauf die Gesichtserkennung als Teil von Windows Hello in den Einstellungen aktiviert werden können. Auf zwei von drei PCs hat es bei mir so einfach funktioniert. Lediglich auf einem dritten PC musste ich nachhelfen und den Treiber von der Firmenwebseite laden und installieren (ob es schlussendlich daran lag kann ich nicht beurteilen). In den meisten Fällen sollte dies nicht erforderlich sein.

Die einzige Konfiguration besteht darin, dass vor der Inbetriebnahme der Gesichtserkennung die Anmeldung auf PIN-Eingabe umgestellt werden muss.

DieEingabe von „Hello“ führt zur gewünschten Einstellung

Die Gesichtserkennung dauert nur 2-3 Sekunden. In der entscheidenden Phase blinken die beiden roten LEDs im Dauermodus. Ist die Erkennungsroutine zufrieden, ist die Einrichtung damit abgeschlossen. Unabhängig vom Ausgang kann sie jederzeit wiederholt werden.

Wurde die Einrichtung erfolgreich abgeschlossen, wird die Anmeldung ab jetzt per Gesichtserkennung durchgeführt. Keine Sorge, falls Sie einmal optisch nicht so gut drauf sein sollten, die PIN-Eingabe steht immer zur Verfügung. Aussperren kann sich durch einen 3-Tages-Bart also nicht. Sie müssen sich aber nicht vollständig abmelden. Das Aktivieren des Sperrbildschirms über [Win]+[L] geht schneller. Sollte die Gesichtserkennung nicht voreingestellt sein, müssen Sie die Einstellungen über die kleine Auswahlleiste unterhalb des PIN-Eingabefeldes noch aktivieren.

Die DX1 ist natürlich in erster Linie eine gute und kompakte HD-Webcam (1280 × 720 Pixel mit max. 30 Bildern pro Sek)

Die Gesichtserkennung muss einmal durchlaufen


Weitere Infos gibt es unter https://www.csl-computer.com/shop/product_info.php?products_id=13469&cPath=7_97 und natürlich im erwähnten Online-Kaufhaus inklusive ausführlichen Bewertungen und vom Vertriebspartner beantworteten Fragen.

Das Windows 10 April Update ist da

Seit gestern (30.4) gibt es offiziell das nächste große Windows 10 Update (offiziell ist es ein Funktionsupdate). Es heißt ganz unspektakulär Windows 10 April Update. Die Versionsnummer blieb bei 1803 obwohl es erst im April erschienen ist. Eine vorausschauende Terminplanung, die auch eingehalten wird, ist bekanntlich nicht so einfach. Auch über die Namensgebung kann man geteilter Meinung sein, aber wichtig ist was am Ende dabei herauskommt.

Nachdem es zuerst hieß, dass das Update erst am 8. Mai in den Umlauf gebracht wird, stand es schon eine Woche früher als Update zur Verfügung. Der kleine Umweg über das Media Creators Tools, bei dem man nicht so genau weiß welche Version man erhält (1709 oder bereits 1803) ist daher nicht erforderlich.

Es gibt ein paar interessante Neuerungen. Neben Timeline, über das bereits sehr viel geschrieben wurde, ist für mich bemerkenswert, dass die Einstellungen zum Thema Privatsphäre wieder einmal überarbeitet werden. Anstatt alle fünf Einstellungen bei der Installation in einer Dialogbox ausschalten zu müssen, wird jede Einstellung in einer eigenen Dialogbox präsentiert. Die Installation dauert dadurch zwar etwas länger, sofern man nicht gleich zu Beginn alle Voreinstellungen übernimmt, dafür wird jede Einstellungen ausführlicher erklärt. Für mich ein Schritt in die richtige Richtung, der deutlich macht, dass „Druck“ auch auf große Konzerne, die um ihr Image (und vor allem um Großaufträge, auch durch die Bundesregierung und die Regierungen der Bundesländer) besorgt sind, etwas ausmachen kann. Allerdings sind die neuen Einstellungen bei nüchterner Betrachtung nur Kosmetik. Geändert hat sich nichts. Die Telemetrie-Daten können immer ohne externe Hilfsmittelt oder Tricks nicht vollständig abgeschaltet werden.

Dafür bietet das neueste Update die Option, sich die Diagnosedaten, die an die Microsoft-Server gesendet werden, im Detail betrachten zu können. Dazu muss lediglich die Diagnosedatenanzeige (Diagnostic Data Viewer aus dem Windows Store heruntergeladen werden. Die Diagnosedaten werden im JSON-Format angezeigt und sind entsprechend sehr speziell. Eine wichtige Forderung der Datenschützer nach mehr Transparenz wurde damit erfüllt.

Das Protokollieren der Diagnosedaten muss aktiviert werden

Die Datendiagnoseanzeige zeigt die berüchtigten Telemetriedaten an

Über alle weiteren Details zum neuen Windows 10-Update informiert wie immer ausführlich, akkurat und werbefrei Deskmodder.de. Ein großes Lob ab die Macher und ihre freiwilligen Helfer, die dafür alle viel Zeit opfern.

Für die Leser meines Buches ergeben sich durch die Neuerungen natürlich einige Abweichungen. Insbesondere was die Einstellungen zum Thema Privatsphäre während der Installation bzw. des Updates betrifft. Auch Timeline kommt natürlich nicht vor, da mein Buch noch auf dem Stand von 1703 ist. Aber ich bin optimistisch, dass es für Windows 10 1903 eine Neuauflage gibt;)

Mehr Komfort in der Befehlszeile bei 1803

Ich bin ein großer Fan der Befehlszeile, da für mich die Tastatur schon immer das wichtigste Eingabemedium war und sich per Befehlszeile das Meiste einfach etwas effektiver umsetzen lässt als in der GUI.

Es freut mich daher, dass die Befehlszeile mit dem „Creators Spring Update“ ein paar nette Verbesserungen, in erster Linie im Zusammenhang mit dem Windows Subsystem für Linux (WSL) erhalten wird (wer damals dachte, dass sich [Strg]+[C] und [Strg]+[V] nicht mehr steigern ließe hat sich zum Glück getäuscht;).

Eine gute Zusammenfassung (auf Englisch) gibt der folgende Blog-Eintrag:

https://blogs.msdn.microsoft.com/commandline/2018/03/07/windows10v1803/?wt.mc_id=AID640962_EML_5481831

Faszinierend ist, wie das Linux Subsystem und Windows immer mehr auf der Ebene des Dateisystems und der Ausführung von Konsolenprogrammen zusammenwachsen. Ich glaube zwar nicht, dass Microsoft irgendwann Windows aufgeben und auf Linux umschwenken wird, aber mit jeder dieser kleinen Verbesserungen würde das theoretisch einfacher werden, wenngleich ein Subsystem ein Subsystem und kein Betriebssystem ist und es mit Hyper-V diese Option theoretisch schon lange gibt.

Windows 10-PC per Befehlszeile zurücksetzen

Diesen Tipp habe ich per Zufall auf Deskmodder gefunden. Ich kannte diese Option bislang nicht. Wer einen Win10-PC zurücksetzen möchte (oder eher muss) kann dies einfach per Befehlszeile erledigen. Das Programm Systemreset macht es möglich.

Einfach über Start->Ausführen entweder systemreset oder systemreset -cleanpc eingeben. Je nach Variante erscheint eines der beiden Dialogfelder.

Sollen die eigenen Dokumente erhalten bleiben?

Windows 10 – System zurücksetzen per Systemreset

Alles zurück auf Start

Windows 10 – System zurücksetzen per Systemreset -cleanpc

Wie ich unfreiwillig zum Autor eines gefährlichen Trojaners wurde

Ich habe in meinem Leben zwar schon viele programmiert, aber bislang weder ein Virusprogramm geschweige denn einen Trojaner (wenngleich das angeblich nicht soooo schwierig sein soll).

Wie leicht es dann in der Praxis geht, hat mich dann doch überrascht. Der Hintergrund war, dass ich eine Stapeldatei ausprobieren wollte, die einen Windows 10-Computer davon abbringt Telemetriedaten zu übertragen:

https://winaero.com/blog/how-to-disable-telemetry-and-data-collection-in-windows-10/

Das Funktionsprinzip der Stapeldatei ist im Grunde einfach. Sie blockiert das Senden von Telemetriedaten, in dem sie über die Hosts-Datei in C:\Windows\System32\etc die Serveradressen, an die die Telemetriedaten geschickt werden, auf 127.0.0.1 umleitet und damit ins Nirwana schickt. Die Apps verschicken zwar die Daten, diese kommen aber nicht am Ziel an.

Nachdem ich per Copy&Paste die Stapeldatei im Editor als Cmd-Datei speichern wollte, schlug Defender Alarm. Was genau dazu führt, dass die harmlose Stapeldatei als gefährlicher Trojaner eingestuft wird, weiß ich im Moment nicht.

Ganz überrascht hätte ich nicht sein dürfen, denn das Verhalten wurde in den Kommentaren des obigen Blogeintrags bereits erwähnt.

Defender meldet eine Stapeldatei als Trojaner

Defender meldet eine harmlose Stapeldatei als Trojaner

Windows 10 mit einem Produktschlüssel aktivieren

Bereits seit Windows Vista muss Windows mit einem Produktschlüssel („Product Key“) aktiviert werden. Dahinter steckt ein technisch komplizierter Mechanismus (u.a. weil eine Mehrfachaktivierung auf unterschiedlichen PCs verhindert wird), von der Sie aber im Allgemeinen nichts mitbekommen da moderne Windows 10-PCs eine digitale Lizenz verwenden, die automatisch aktiviert wird.

Sollte aus irgendeinem Grund noch eine Aktivierung „zu Fuß“ erforderlich sein, ist der Weg dahin sehr einfach: Einfach das Systemmenü öffnen, „Aktivierung“ eingeben und den ersten Eintrag selektieren. Sie landen damit in den Einstellungen und müssen nur noch auf Product Key ändern klicken.

Für alle anderen Situationen habe ich im Folgenden ein paar einfache Tipps zusammengestellt.

Tipp 1: Was ist der Produktschlüssel?

Der Produktschlüssel, auch Product Key genannt, ist ein 25-stelliger Code, der für die Aktivierung von Windows benötigt wird. Die Aktivierung ist erforderlich, um mit Windows 10 dauerhaft arbeiten zu können. Sie stellt sicher, dass Windows 10 nicht auf mehr PCs als in den Microsoft-Software-Lizenzbedingungen angegeben verwendet wird. Durch die Aktivierung wird auch festgelegt mit welcher Edition man arbeitet.

So sieht ein Produktschlüssel aus: VK7JG-NPHTM-C97JM-9MPGT-3V66T

Ist dieser Schlüssel gültig? Jein, also Ja und Nein. Es handelt sich um einen generischen Schlüssel, die Microsoft öffentlich zur Verfügung stellt. Sie können nur für die Installation verwendet werden, nicht für eine Aktivierung. Wird ein Windows 10 mit diesem oder einem ähnlichen generischen Schlüssel installiert, muss es in einer von Microsoft festlegten Zeitspanne mit einem „richtigen“ Produktschlüssel aktiviert werden. Der obige Schlüssel kann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr eine Windows 10-Installation verwendet werden, da Microsoft Schlüssel auch wieder sperrt. Eine sehr gute Adresse für die aktuellen Schlüssel ist das Deskmodder Wiki, z.B. https://www.deskmodder.de/wiki/index.php?title=Seriennummern_Key_generischer_Schl%C3%BCssel_Windows_10.

Tipp 2: Lies die Doku
Auch wenn solche Tipps im Allgemeinen nicht sehr beliebt sind, es lohnt sich definitiv die von Microsoft offiziell zur Verfügung gestellten Informationen zu mindestens zu überliegen.

https://support.microsoft.com/de-de/help/12440/windows-10-activation

Tipp 3: Den aktuellen Produktschlüssel auslesen

Wer ein bereits aktiviertes Windows 10 aus irgendeinem Grund erneut aktivieren möchte, z.B. beim Upgrade von Home auf Pro, sollte sich den aktuellen Produktschlüssel notieren, um ihn für eine Re-Aktivierung der aktuellen Windows 10-Lizenz verwenden zu können.

Das geht nicht mit den Bordmitteln von Windows alleine, man benötigt einen kleinen Helfer. Eine sehr gute Adresse (für mich die erste Wahl) sind immer die Tools von NirSoft.

Das kleine Tool, das auch in der Befehlszeile ausgeführt werden kann, heißt einfach nur Product Key, die ausführbare Datei ProduKey.exe. Die Downloadadresse ist

https://www.nirsoft.net/utils/product_cd_key_viewer.html

Nach dem Start wird der Produktschlüssel angezeigt. Über [Strg]+[K] wird er in die Zwischenablage kopiert.

Ein kleines Tool von NirSoft zeigt den Produktschlüssel der Windows 10-Installation an

Ein anderer praktischer Helfer ist Magical Jelly Bean, das ebenfalls den Product Key ausliest. Download unter https://www.magicaljellybean.com

Auch der Jelly Bean Key Finder gibt den Produktschlüssel von Windows 10 aus

Tipp 4: Einen Produktschlüssel nachträglich sichern

Im Installationsmedium von Windows 10 (z.B. in der Abbilddatei, der ISO-Datei) finden Sie im Ordner sources die Datei gatherosstate.exe. Kopieren Sie diese Datei auf die Festplatte, z.B. auf C:\temp, und führen Sie sie aus. Das Programm legt eine Datei mit dem Namen GenuineTicket.xml an, in der u.a. der Produktschlüssel enthalten ist.

Tipp 5: Einen Produktschlüssel validieren

Produktschlüssel gibt es viele. Bei Amazon, EBay&Co kosten Produktschlüssel für die Aktivierung von Windows 10 oft nur ein paar Euro. Ein verlockendes Angebot, keine Frage. Allerdings ist das Ganze eine rechtliche Grauzone. Es gibt außerdem keine Garantie, dass ein Produktschlüssel auch tatsächlich verwendet werden kann. Einige Angebote setzen voraus, dass man ein spezielles Image herunterladen muss. Der Produktschlüssel funktioniert dann nur mit diesem Image. Wer für den privaten Einsatz Windows 10 aktivieren möchte, kann das Risiko eingehen. Für den beruflichen Einsatz sind solche Keys ein absolutes No go.

Mit dem Tool Ultimate PID Checker lässt sich theoretisch herausfinden, ob ein Produktschlüssel gültig bzw. welche Sorte von Schlüssel es ist. Näheres dazu gibt es in einem lesenswerten Blog-Eintrag:

https://www.antary.de/2015/07/06/windows-keys-auf-gueltigkeit-ueberpruefen/

Das Tool wird auf verschiedenen Downloadportalen (z.B. Chip.de) in unterschiedlichen Versionsnummern angeboten. Leider ist die Entwicklung vom Autor offenbar eingestellt worden, die letzte Version datiert von 2012. Misstrauische Zeitgenossen vermuten, dass das Tool als „Nebeneffekt“ gültige Produktschlüssel abgreift (und vielleicht sogar automatisiert bei EBay reinstellt, was natürlich dem „Geld verdienen im Schlaf“-Konzept sehr nahe kommen würde und theoretisch eine stetige Einnahmequelle für den Autor wäre;). Das ist bei dem Tool aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht der Fall. Wird das Häkchen bei MAK Count nicht gesetzt, greift es offenbar nicht auf das Internet zu. Darüber hinaus dürfte es aktuellere Windows 10-Schlüssel nicht analysieren können. Bei mir hat es teilweise funktioniert, teilweise nicht.

Tipp 6: Wenn eine Aktivierung fehlschlägt, Hilfe zu den Error Codes
Lässt sich Windows 10 mit einem Produktschlüssel nicht aktivieren, ist lediglich ein Error Code die Folge, z.B. 0x80041023.

Einige Codes sind:

0xC004C003 – Dieser Produkt Key hat nicht funktioniert
0xC004F034 – Lizenz konnte nicht gefunden werden oder war ungültig
0xC004FC03 – Während der Aktivierung dieser Windows-Kopie ist ein Netzwerkproblem aufgetreten
0xC004F061 – Der Softwarelizenzierungsdienst hat festgestellt, dass der angegebene Product Key nicht für Neuinstallationen verwendet werden kann, sondern nur für Aktualisierungen
0xC004C4AE – Bei der Echtheitsüberprüfung wurden manipulierte Windows-Binärdateien erkannt
0xC004C008 – Vom Aktivierungsserver wurde festgestellt, dass das Aktivierungslimit des Product Key überschritten ist
0xC004C020 – Vom Aktivierungsserver wurde festgestellt, dass die Grenze für Mehrfachaktivierungsschlüssel (Multiple Activation Key, MAK) überschritten wurde
0x80072F8F – Es ist ein Sicherheitsfehler aufgetreten
0x80004005 – Unbekannter Fehler

Frohe Weihnachten…

Ich wünsche allen Lesern meines Windows 10-Blogs und meines Windows 10-Ratgebers frohe und gesegnete Weihnachten und die Zeit und vor allem innere Ruhe, um die Feiertage für die wichtigen Dinge im Leben nutzen zu können, weit weg vom Alltag mit seinen zahlreichen Verpflichtungen und Nebensächlichkeiten.

Peter Monadjemi

Der Reichstags in Berlin zur Weihnachtszeit

(Quelle: Fotalia.com/Urheber: sborisov)

Tipp: Thunderbird-Backup mit MozBackup

Mozilla Thunderbird ist ein nach wie vor beliebter E-Mail-Client und eine sehr gute Alternative zu Microsoft Outlook, wenn man nicht gerade die wirklich gute Kalenderfunktionalität von Outklook beruflich benötigt.

Wer Thunderbird verwendet, möchte natürlich auch seine Mails regelmäßig sichern. Dafür gibt es mit Mozbackup von Pavel Cvrček eine kostenlose und komfortable Alternative. Auch wenn das kleine Programm seit einigen Jahren vom Autor leider nicht mehr weiterentwickelt wird (das letzte Update stammt von 2012) und es einige bekannte „Probleme“ aufweist, funktioniert es unter Windows 10 grundsätzlich immer noch sehr gut, sofern man man alle Voreinstellungen übernimmt. Auch wenn ich seit vielen Jahren das aus Thunderbird hervorgegangene Programm Postbox verwende und Laufwerk C: mit Acronis als Image sichere, habe ich eine Sicherung mit MozBackup im Zusammenspiel mit Thunderbird vor kurzem getestet, da eine Frage eines Lesers meines Windows 10-Ratgebers zu diesem Thema beim Verlag eintraf.

Der ganze Ablauf sieht wie folgt aus:

Schritt 1: Mozbackup herunterladen und installieren

Die Downloadadresse ist http://mozbackup.jasnapaka.com/

Die Installation ist reine Formsache.

Schritt 2: Thunderbird schließen und Mozbackup starten

Damit das Backup durchgeführt werden kann, muss der E-Mail-Cllient (Thunderbird oder Postbox) geschlossen werden. Im erstem Schritt wird festgelegt, ob eine Sicherung oder eine Wiederherstellung durchgeführt werden soll. Außerdem wählt man aus auf welche Anwendung sich die Aktion beziehen soll.

Sicherung mit MozBackup – im ersten Schritt wird festgelegt, ob eine Sicherung oder eine Wiederherstellung durchgeführt werden soll

Schritt 2: Auswahl des Profils

Im zweiten Schritt wird festgelegt, welches Profil gesichert werden soll. Hat man selber kein Profil im Rahmen von Thunderbird angelegt, übernimmt man das Default-Profil.

Im zweiten Schritt wird das Profil ausgewählt

Schritt 3: Festlegen eines Kennworts

Im dritten Schritt kann optional ein Kennwort festgelegt werden, das bei der Sicherung angegeben werden muss. Ich würde kein Kennwort vergeben, denn im Allgemeinen vergeht einige Zeit bis ein Backup benötigt wird und wer erinnert sich noch an das Kennwort bzw. findet den Zettel, auf dem es notiert wurde. Es ist sinnvoller die Backup-Datei an einem Ort zu speichern, an dem sich auch andere Dateien befinden und diesen Ort (etwa ein mit VeraCrypt angelegtes Laufwerk) zu verschlüsseln.

Schritt 4: Auswahl was gesichert werden soll

Im vierten Schritt übernimmt man entweder alle Voreinstellung oder wählt die Punkte aus, die nicht gesichert werden sollen. Im Allgemeinen dürfte nichts dagegen sprechen alles zu sichern.

In diesem Schritt kann der Umgang der Sicherung reduziert werden

Schritt 5: Sicherung starten

Im letzten Schritt wird die Sicherung über den Next-Button gestartet.

Die Sicherung wurde durchgeführt

Es ist interessant, dass MozBackup die komplette Verzeichnisstruktur mit allen ihren Dateien in einer einzigen Datei abgelegt und diese im Dokumente-Verzeichnis des Benutzerprofils speichert. Für Thunderbird heißt die Datei z.B. Thunderbird 52.5.0 (de) – 2017-12-02.pcv.

Schritt 6: Eine Sicherung wiederherstellen

Eine Sicherung ist wertlos, wenn sie sich entweder nicht über eine Wiederherstellung eignet oder sich beim Zeitpunkt der Wiederherstellung irgendwelche Rahmenbedingungen geändert haben, die eine Wiederherstellung unmöglich machen (frei nach Murphy hat sich wenn man die Wiederherstellung nach ein paar Jahren dringend benötigt, um die eine Mail zu finden, in der von der verstorbenen Großtante die Millionenerbschaft versprochen wurde das Dateiformat geändert oder es fehlt der entscheidende Eintrag in der Registry;).

Daher ist meine Empfehlung eine Wiederherstellung gleich im Anschluss an die erste Sicherung auszuprobieren. Ich habe dazu das Thunderbird-Profilverzeichnis mit dem Namen x5oalj3s.default im Verzeichnis %AppData%\Thunderbird\Profiles einfach gelöscht. Da ich Thunderbird nur probeweise installiert hatte, war das kein Problem. In der Praxis würde ich das Verzeichnis in ein temporäres Verzeichnis verschieben, damit eine Sicherung vorliegt falls das Wiederherstellen wider Erwarten scheitern sollte.

Die Wiederherstellung geht sehr einfach.

Mozbackup starten, den Punkt „Restore profile“ und die Anwendung selektieren, deren Daten wiederhergestellt werden sollen.

Wiederherstellung mit MozBackup


Im zweiten Schritt wird das Profil ausgewählt. Im Allgemeinen muss die Voreinstellung nur übernommen werden.

Im dritten Schritt wird der Umgang der Wiederherstellung festgelegt. Auch hier wird man die Voreinstellungen im Allgemeinen übernehmen.

Mit dem Klick auf Next wird die Wiederherstellung gestartet. Dabei muss eine Meldungsbox, die darauf hinweist, dass durch die Wiederherstellung Dateien überschrieben werden könnten, bestätigt werden.

Der Umstand, dass beim Wiederherstellen Dateien überschrieben werden könnten, muss bestätigt werden

Danach wird die Wiederherstellung durchgeführt. Mit dem nächsten Start von Thunderbird sollten alle Einstellungen und vor allem alle Mails vorhanden sein.

Die Wiederherstellung ist abgeschlossen

Fazit: Das kleine Backup-Programm MozBackup scheint für das Sichern und Wiederherstellen aller Konteneinstellungen und Mails bei Mozilla Thunderbird auch unter Windows 10 zu funktionieren. Das Ergebnis der Sicherung ist eine einzige Datei mit der Erweiterung pvc, die es zu sichern gilt. Für eine Wiederherstellung muss sie sich im Dokumente-Verzeichnis des Benutzerprofilverzeichnisses befinden.

Zwingend erforderlich ist Mozbackup natürlich nicht. Es macht im Grunde nichts anderes als den Inhalt des Thunderbird-Profilverzeichnisses mitsamt aller Unterverzeichnisse in einem Zip-Archiv zusammenzufassen. Hängt man an den Namen der Pvc-Datei die Erweiterung .zip an, lässt sie sich per Doppelklick öffnen und ihr Inhalt wird angezeigt. Die einfachste Form des Backups besteht daher darin, das komplette Verzeichnis auf einen MemoryStick oder in eine Freigabe auf einem NAS-Gerät zu kopieren, um das Verzeichnis später wieder 1:1 in das Profilverzeichnis zurückzukopieren.

Ein Tipp zum Schluss, der aber nur für Entwickler von Interesse sein dürfte: Der Autor hat den Delphi32-Quellcode von MozBackup auf GitHub veröffentlicht: https://github.com/JasnaPaka/mozbackup. Eine Textdatei beschreibt in kurzen Worten wie der Quellcode mit Turbo Delphi übersetzt werden müsste. Rein theoretisch ließen sich damit auch jene „Probleme“ fixen, von denen in der Einleitung die Rede war.

Windows Know-how für die Praxis: Was steckt hinter AppData oder wo speichern Desktop-Anwendungen ihre Einstellungen?

Geht es z.B. darum, die Ablagen eines E-Mail-Programms zu sichern, stellt sich die Frage wo genau diese Dateien abgelegt werden? Outlook verwendet ein anderes Verzeichnis als Mozilla Thunderbird oder das sehr gute E-Mail-Programm Postbox, das ich verwende.

Alle persönlichen Daten werden nicht im Installationsverzeichnis der Anwendung, also unter C:\Program Files oder C:\Program Files (x86) unter einem 64-Bit-Windows, sondern im Benutzerprofilverzeichnis gespeichert.

Am einfachsten öffnet man das Benutzerprofilverzeichnis über Start|Ausführen und Eingabe von %AppData%. AppData ist der Name einer Umgebungsvariable des Betriebssystems, über die Prozentzeichen wird der Wert der Variablen abgerufen. Heisst das Benutzerkonto Administrator, lautet der Verzeichnispfad C:\Users\Administrator\AppData\Roaming.

Das AppData-Verzeichnis über Start|Ausführen im Explorer anzeigen

Das Roaming-Verzeichnis ist aber nur eines von zwei Benutzerprofilpfaden. Die Idee ist, dass in diesem Verzeichnis Anwendungen Daten ablegen, die mit dem Benutzer „wandern“ sollen, daher die Bezeichnung „Roaming“ für den Ordner. Unter C:\Users\Administrator\AppData\Roaming\Microsoft\Templates werden z.B. die Dokumentvorlagen für die Office-Programme abgelegt. Auch E-Mail-Programme legen hier ihre Dateien ab, z.B. auch jene, in denen die Mails selber gespeichert sind.

Das zweite Verzeichnis, in denen Anwendungen ihre Daten ablegen ist C:\Users\Administrator\AppData\Local. Auch für dieses Verzeichnis gibt es eine Umgebungsvariable: %LocalAppData%.

Tipp: Für die Ausgabe aller Umgebungsvariablen mit ihren aktuellen Werten gibt man über Start|Ausführen „cmd /k set“ ein.